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21.11.2013 - © Fotos und Text: Michael Iwanowski, Verleger und Autor im Iwanowski's Reisebuchverlag

Berlin: Museumswohnung am Prenzlauer Berg. Zimmermeister Brunzel baut ein Miethaus

Mai 1895: Der Zimmermeister Brunzel lässt sich vom Immobilienboom der Jahrhundertwende mitreißen. In der Hoffnung auf eine gute Vermögensanlage kauft er an der Dunckerstraße 77 ein 914 m² großes Grundstück. Er hofft, die Hypothek des Grundstückskaufs über die Mieteinnahmen zu decken. Schnelles und billiges Bauen ist deshalb angesagt: Ein Ziegelbau mit dicken Fugen wird errichtet, Holzbalkendecken werden eingezogen, nur die Kellerdecken im Bereich der Durchfahrten durch Vorder- und Querhaus werden als sogenanntes Kappengewölbe stabil gebaut. Die Grundstücke waren eng, also mussten Schacht- und Maurerarbeiten gut getaktet werden. Berlin brauchte um diese Zeit unwahrscheinlich viel Wohnraum, die Industrialisierung zog wahre Menschenmassen an. Im Umland sorgten Sand- und Kiesgruben sowie Ziegelbrennereien für schnellen Materialnachschub. Im März 1896 sind die ersten Wohnungen fertig, die ersten Mieter, sogenannte "Trockenwohner", zogen ein. Trotzdem war Brunzel schon im Dezember pleite, das Haus wurde zwangsversteigert, denn es gab nur die geringen Mieteinnahmen durch die Trockenwohner.
Schnelles und billiges Bauen am Prenzlauer Berg
Trockenwohnen war extrem ungesund, lebte man doch in feucht-kalter Luft. Aber es war für arme Menschen halt billig, und sie hatten auf diese Art und Weise wenigstes ein Dach über dem Kopf. Die Trockenwohner zogen von Neubau zu Neubau, wohnten jeweils für kleines Geld in der immer wieder wechselnden, gesundheitsgefährdenden Umgebung. An der Dunckerstraße 77 lebten nach dem Erstbezug von 25 Haushalten 2 Jahre später nur noch 5 im Hause. Dauerhafte Mieter waren später Arbeiter, geringverdienende Angestellte und "kleine" Beamte.
Info: Kachelöfen - Ein kleines Statussymbol seiner Zeit
Diese Museumswohnung verfügt über einen einfachen Kachelofen ohne besonderen Zierrat. Es gab elegante Modelle, mit Kamineinsatz, bunten Kacheln, reichen Verzierungen. Geheizt wurde mit Steinkohle, Braunkohle oder Braunkohlenbriketts. In wohlhabenden Haushalten wurde dagegen jedes Zimmer warmgehalten. Die kleinbürgerliche Wohnung spiegelte soweit wie möglich das herrschaftliche Wohnen wieder: Man leistete sich nur Fabrikmöbel statt schöner handgearbeiteter Stücke, Papiertapeten ersetzten Seiden- und Samtbespannungen. Der kleinste Raum diente als Schlafzimmer, sonst spielte sich das Leben in der Küche ab. Über Strom verfügten um 1900 nur etwa 4 % der Haushalte, da Strom zu teuer war (eine Parallele zu heute!).
Im Vorderhaus, wo die Museumswohnung im ersten Stock liegt, zahlte man für eine Dreizimmerwohnung (Küche wurde als beheizbarer Raum mitgezählt) zwischen 400 und 850 Mark Jahresmiete, im Hinterhaus waren nur maximal 300 Mark fällig. Damals - ziemlich ähnlich zu heute - zahlte man etwa 20-25 % des Einkommens für Miete, allerdings galt das Familieneinkommen als Maßstab: der Lohn des Mannes, der Frau und der Kinder wurde zusammengezählt. Doch oft reichte auch das nicht, man vermietete entweder einzelne Betten oder Zimmer an Familien-Fremde, wie Untermieter, Schlafgänger oder Dienstmädchen. Das waren sehr unwürdige, menschenverachtende Lebensbedingungen. Ab 1880 galt daher eine Verordnung, dass jeder "Schlafbursche" 3 m² Bodenfläche und 1 m³ Luft beanspruchen darf. Mit steigenden Löhnen nach der Jahrhundertwende aber ließ die Abhängigkeit von diesem Zusatzverdienst nach, sie wurden immer weniger von Untervermietungen abhängig.
"Schöner Wohnen" um 1900
Ein Rundgang durch die Museumswohnung zeigt sehr authentisch, wie "Schöner Wohnen" damals aussah. Die "gute Stube" war der hellste, größte Wohnraum, komfortabel möbliert und mit einem Kachelofen versehen. Sie wurde nur für Besuch hergerichtet, d. h. die schonenden Decken vom Sofa heruntergeholt und der Ofen geheizt - es war kein Raum für den Alltag.
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01. Oktober 2013 - von Eva Zimmermann

Zimmermeister Brunzel baute ein Haus - vor 117 Jahren in der Dunckerstraße

Die gute Stube wurde um 1900 auch "kalte Pracht" genannt, weil sie zum Herzeigen da war, nicht zum benutzen. Auch in der von damals erhaltenen Wohnung des Zimmermeisters Brunzel war das nicht anders.
Zimmermeister Brunzel war kein dummer Mann. Er wusste, dass Berlins Bevölkerung nichts dringender brauchte als Wohnraum, als er sich 1895 entschloss, zur Absicherung seiner Rente im Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg eine Mietskaserne zu bauen. Und das tat er dann auch. Um die Vorstellungskraft etwas zu beflügeln: 1871, als Berlin Reichshauptstadt wurde, lebte etwa eine Million Menschen hier. Um 1900 hatte sich die Zahl verdoppelt. Damals lebten in einer Wohnung, die aus Küche, Stube und Schlafkammer bestand, gut und gerne fünfzehn Menschen, und in einem Bett schliefen bis zu vier Kinder. Manchmal wurde sogar noch ein Schlafplatz an den einen oder anderen Fabrikarbeiter vermietet. Normale Verhältnisse in einem Schwellenland. Indien ist in Deutschland also noch gar nicht so lange her, läppische hundert Jahre. Das alles erzählt Isabella Schneider, Kunsthistorikerin und ehrenamtliche Mitarbeiterin des kleinen Gründerzeitmuseums Zimmermeister Brunzel in der Dunckerstraße 77.
In den Stadtwohnungen, die die Domäne der Ehefrau waren, wusch man die Kinder und die Wäsche, kochte am Ofen und nähte in Heimarbeit, um das Einkommen der Familie aufzubessern.
Die Stube, der größte Raum der Wohnung, war nicht für den Alltag gedacht. Hier wurden Gäste empfangen und Feiertage begangen, den Rest des Jahres lagen Schonbezüge über dem roten Samt der Polstermöbel. Die Wohnungen im Vorderhaus hatte der Zimmermeister im Gegensatz zu den günstigeren in den Seitenflügeln und im Hinterhaus mit innenliegender Toilette ausgestattet. Die ärmeren Mieter mussten mit Toiletten auf halber Treppe Vorlieb nehmen. Es gab hier auch schon fließendes Wasser, aber fließendes Wasser war für Berliner zu jener Zeit alles andere als geschätzt. Das lag am hohen Eisengehalt des aus Bohrungen gewonnenen Grundwassers.
In einer gut ausgestatteten Wohnung wie dieser werden damals kleine Angestellte und Beamte gewohnt haben. Arbeiterfamilien hätten sich diesen Standard nicht leisten können. Es war sogar für bestimmte minderbemittelte Familien üblich, in fertige, aber noch feuchte Wohnungen zu ziehen und diese trocken zu wohnen. Sie bezahlten nur mit ihrer Gesundheit, Miete kostete es sie nicht, und es gab genug Menschen, die froh waren, irgendein Dach über dem Kopf zu haben - auch wenn man sich fragt, wie gemütlich so eine feuchte Wohnung im Winter gewesen sein mag. Wer aber die Beletage bewohnte, in der auch die Schauwohnung liegt, hatte es für die damalige Zeit recht gut getroffen, und des Zimmermeisters Plan, für seinen Lebensabend vorzusorgen, hätte eigentlich gut und gerne aufgehen können. Tat er jedoch nicht: Denn schon bald konnte er die Zinsen für seine Investition nicht mehr bezahlen, und die Immobilie wurde zwangsversteigert. Nur sein Hut, oder zumindest einer wie er ihn hätte tragen können, hängt immer noch im Flur, als wäre er gerade kurz auf einen Schnaps in die Eckkneipe hinuntergegangen.
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02.05.2013 - Berliner Woche

Ende ist vorerst abgewendet

Herbstlaube und Gründerzeit-Ausstellung bleiben weiter geöffnet
Bernd Wähner

Prenzlauer Berg. Der Seniorenklub "Herbstlaube" und die Gründerzeit-Ausstellung "Zimmermeister Brunzel baut ein Mietshaus" sind vorerst gerettet. "Durch die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten wir erreichen, dass die Arbeit erst einmal fortgesetzt werden kann", sagt Kulturstadtrat Dr. Torsten Kühne (CDU) auf der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Noch vor einem Monat standen beide Einrichtungen in der Dunckerstraße 77 vor dem Aus. Für die Arbeit der "Herbstlaube", die viele Jahre vom Bezirksamt gefördert wurde, stand im Sozialetat kein Geld mehr zur Verfügung. Der Trägerverein "Miteinander-Füreinander Selbsthilfebegegnungsstätten" schränkte seine Ausgaben daraufhin immens ein und machte nicht mehr benötigte Einrichtungsgegenstände zu Geld. Doch im April war das Ende der Fahnenstange erreicht. Die "Herbstlaube" hätte schließen müssen. Und auch die Ehrenamtlichen, die die Arbeit in der Museumsausstellung absichern, hätten nicht mehr betreut werden können. Die Auflösung der Ausstellung hätte das Bezirksamt bezahlen müssen. Auch deshalb war die Bezirkspolitik nach Bekanntwerden der prekären Situation bemüht, eine Lösung zu finden. Ein erster Erfolg: Die Wohnungsbaugesellschaft Gewobag erklärte sich bereit, der "Herbstlaube" die gesamte Miete einschließlich der Betriebskosten in Höhe von 6730 Euro für das Jahr 2013 zu erlassen. Als zweiter Retter in der Not fand sich das Bank- und Immobilienconsulting-Unternehmen Ziegert. Dieses stellt bis Ende des Jahres monatlich 800 Euro zur Verfügung. Damit werden ein Teil der Personalkosten sowie die Miete für die Räume der Museumsausstellung finanziert. Weitere circa 7000 Euro stellt das Bezirksamt bis Ende des Jahres bereit. Die noch fehlenden 7000 Euro für 2013 muss der Verein selbst aufbringen. Geschäftsführerin Karin Ehrlich: "Wir werden jetzt einen Förderkreis gründen. Mit Unterstützung von Anwohnern und Nutzern hoffen wir, die fehlende Summe zusammenzubekommen." Ab 2014 soll es dann wie der eine reguläre Förderung aus dem Bezirkshaushalt geben. Einen entsprechenden Beschluss fasste jedenfalls die BVV. Herbstlaube und Gründerzeit-Ausstellung bleiben weiter geöffnet.
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25. 04. 2013 - Pankower Nachrichten

Herbstlaube & Gründerzeitmuseum mit neuer Perspektive

Anfang 2012 bedrohten Kürzungsmaßnahmen des Bezirks Pankow die Existenz des "Seniorentreff Herbstlaube" und des Gründerzeitmuseums "Zimmermeister Brunzel baut ein Mietshaus". Nur ein Jahr später rettet eine konzertierte Aktion von Politik und Vermietern den Fortbestand und begründet zugleich eine langfristige Perspektive für den Verein "Miteinander-Füreinander" und beide Einrichtungen. Für Karin Ehrlich, die Begründerin des Seniorentreffs "Herbstlaube" in der Dunckerstraße 77 in Prenzlauer Berg und ihre Mitstreiterinnen im Verein Miteinanderfüreinander e.V. geht dabei ein von wechselvolles Jahr mit einem immer noch überraschenden Erfolg zu Ende.
Schon 2012 hatte sich die Vereinsführung an die Vermieterin GEWOBAG gewandt, und eine teilweisen Mietminderung eingeräumt bekommen. Doch weder für den Verein noch für das benachbarte, ehrenamtlich betreute Gründerzeitmuseum war 2012 ein dauerhafte Perspektive erkennbar. Der Verein begann sogar mit dem Verkauf von Einrichtungsgegenständen - und verkaufte sogar ein Klavier und seine Kücheneinrichtung. Im März 2013 stand der Verein "Füreinander Miteinander e.V." praktisch vor der Pleite - und erst jetzt wurde nachdrücklich Hilfe organisiert. Die Initiatoren und Unterstützer riefen deshalb zu einem Straßenfest 16. März 2013, das auch endlich genügend Öffentlichkeit herstellte. Zuvor war schon Kulturstadtrat Dr. Torsten Kühne tätig geworden, und hatte die Möglichkeiten für eine Fortführung des Gründerzeitmuseums geprüft. Im Ausschuß für Finanzen hatte schließlich Conelius Bechtler (Bündnis 90/Grüne) die Idee, Herbstlaube und das Gründerzeitmuseum künftig aus Berliner Mitteln für Stadtteilzentren zu unterstützen. Es wurden daher hinter den Kulissen viele Hebel in Gang gesetzt. Kulturstadtrat Dr. Torsten Kühne fand bei der Prüfung einen interessanten Tatbestand heraus, weil er sich bereits intensiv mit der Kostenleistungsrechnung (KLR) im Kulturbereich auseinandergesetzt hatte:
"Wenn das Gründerzeitmuseum gesondert im Fachvermögen als Kultureinrichtung etatisiert wird, könnte der Bezirk Pankow aufgrund der hohen Besucherzahlen und "Angebotsstunden" über mehr als 100.000 Euro mehr jährliche Mittel im Kulturbereich Museum verfügen. Grund: die Schlüsselzuweisungen des Landes Berlin richten sich auch nach Kennwerten der KLR.
Amtsvorgänger Dr. Michail Nelken hatte diesen Schritt unterlassen und damit dem Bezirk Pankow mehrjährig einen hohen sechsstelligen Betrag entgehen lassen. Die finanzielle Misere im Kulturbereich hat damit eine kuriose Ursache: es fehlt Geld, weil man sich nicht offensiv und kreativ mit den Feinheiten der KLR auseinandergesetzt hat.
Seit Jahresbeginn 2012 war eine konzertierte Hilfsaktion angelaufen, die den Verein vor der unmittelbaren Pleite bewahrte: Die GEWOBAG, die seit 1991 die Räume an die beliebte Begegnungstätte vermietet, erlässt der Einrichtung für das Jahr 2013 die gesamte Miete ein schließlich Betriebskosten, in Höhe von 6.730 Euro. Damit war das unmittelbare Aus der Herbstlaube vorerst abgewendet. Bereits 2012 hatte die GEWOBAG der Einrichtung mehrmals eine verminderte Miete gewährt.
Ephraim Gothe, Staatssekretär der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, begrüßt die gemeinsamen Bemühungen der Beteiligten vor Ort, die Herbstlaub e zu erhalten: Der Seniorentreff Herbstlaube ist ein beliebter Ort der Begegnung, der seit Jahren sehr viel für den Kiez und den Bezirk leistet. Ich freue mich sehr, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOBAG dazu beiträgt, diesen Ort auch langfristig in seiner Existenz zu sichern.
Daneben engagierte sich auch der Vermieter des Gründerzeitmuseums, eines der größten Maklerunternehmen in Berlin, das sein Engagement für Prenzlauer Berg damit unterstreicht. Die Ziegert - Bank- und Immobilienconsulting unterstützt den Verein Miteinander-Füreinander seinen Betrieb aufrechterhalten, indem monatlich 800 Euro für einen Teil der Personalkosten sowie für die Miete der Räume der Dauerausstellung Zimmermeister Brunzel baut ein Mietshaus bis Ende 2013 gezahlt werden. Karin Ehrlich bedankte sich ausdrücklich für die Spende Ziegert hat vor zwei Monaten überraschend bei uns angerufen. Die monatliche Unterstützung durch das Maklerunternehmen war der Stützpfeiler, der uns für unser Finanzierungskonzept fehlte.
Es ist schön, ein authentisches Stück Berliner Wohn- und Stadtgeschichte erhalten zu können, sagte Nikolaus Ziegert, Geschäftsführer des Unternehmens. Wichtig ist uns aber auch der soziale Aspekt. Ein Stadtteil lebt nicht zuletzt von der Durchmischung der Milieus und der Generationen. Im Fall der Herbstlaube sollte eine für die wenigen älteren Menschen im Helmholtz-Kiez sehr wichtige Einrichtung geschlossen werden. Dem wollten wir nicht tatenlos zu sehen.
Herbstlaube ein authentisches Stück Prenzlauer Berg
Für Karin Ehrlich und ihre Mitstreiterinnen ist es fast schon ein Wunder, plötzlich soviel Unterstützung zu erfahren - die Freude ist daher riesengroß. Den Verein Miteinander-Füreinander gibt es seit 23 Jahren. Ehrlich gründete ihn direkt nach der Wiedervereinigung, am 4. Oktober 1990.
Ein ehemaliges Parteibüro der Nationalen Front wurde von ihr besetzt- und eine Sorgencouch auf die Straße gestellt, um vor allem älteren Leuten eine Plattform nach dem plötzlichen Systemwechsel zu geben.
Der Vereinbegründete damit einen wichtigen Teil der Seniorenarbeit im Helmholtzkiez. Bis 2012 erhielt der Verein Mittel aus dem Sozialhaushalt von Sozialstadträtin Lioba Zürn-Kasztanowicz (SPD). Die harte Sparpolitik des Senats von Berlin zwang den Bezirk Pankow aber zunächst Anfang 2012 zur harten Mittelstreichung.
Neue Perspektive für Herbstlaube und Zimmermeister Brunzel
Inzwischen zeichnet sich ein neues Gesamtkonzepr für die Finanzierung ab. In den kommenden Monaten möchte Karin Ehrlich die Arbeit der Herbstlaube auf mehrere Säulen stellen und finanziell absichern. Neben Ziegert und der GEWOBAG sollen der Bezirk und ein Förderkreis Beiträge für Personal-und Sachaufwendungen leisten. Ab zehn Euro monatlich kann man künftig bei uns Förderkreismitglied werden, sagt Karin Ehrlich. Bei großer Beteiligung könnten wir unsere Tätigkeit auf eine wirklich breite Basis stellen. Am 24. April 2013 beschloß auch die Pankower BVV einstimmig, beide Einrichtungen gemeinsam für die Zukunft zu sichern.
Kulturstadtrat Dr. Torsten Kühne (CDU) hat sich auch für das Projekt eingesetzt und bezeichnete die Herbstlaube und das Gründerzeitmuseum als authentisches Stück Prenzlauer Berg. Er selbst fühlte sich beim ersten Besuch des Gründerzeitmuseum an seine eigene Kindheit erinnert, als er die Wohnung seiner Großmutter besuchte, und die vielen aus dieser Zeit Alltagsgegenstände wiedererkannte. Die Seniorenbegegnungsstätte Herbstlaube und das Gründerzeitmuseum Zimmermeister Brunzel baut ein Mietshaus. Bauen und Wohnen im Prenzlauer Berg im 19 Jahrhundert in der Dunckerstr. 76/77 sind fest verankert im soziokultureller Umfeld des Prenzlauer Bergs. Sie gehören zum Bezirk und bereichern sich gegenseitig. Die Auflösung einer der beiden Einrichtungen stellt auch die andere zur Disposition.
Ein Projekt wie in Dunckerstraße 77 gibt es laut Kühne kein zweites Mal in Berlin. Die Kombination aus Seniorenprojekt und der Ausstellung Zimmermeister Brunzel baut ein Mietshaus ist unbedingt unterstützungswürdig. Zeitzeugen, die den alten Prenzlauer Berg noch erlebt haben, führen junge Leute durch die eingerichtete Arbeiterwohnung und geben ihre Lebenserinnerungen weiter. Das ist ein vorbildliches intergeneratives Museumsprojekt, sagte Kühne.
Um dem Verein in 2013 zu helfen, will Kühne in seiner Abteilung in diesem Jahr rund 7000 Euro zusammenkratzen, die noch fehlenden 2000 Euro sollen durch einen Spendenaufruf zusammenkommen. Damit das Projekt 2013 vorerst gesichert.
Die Absicherung des Gründerzeitmuseums in der Haushaltsplanung 2014 ist Kühnes Ziel. Hierfür müssen rund 30.000 Euro für Mietkosten und Personal eingestellt werden. Klaus Mindrup, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in der BVV und Bundestagskandidat der SPD für Pankow erläuterte dazu, im Gespräch mit der Pankower Allgemeinen Zeitung: die kameralistisch denkenden Haushälter müssten dazu über ihren Schatten springen, weil man erst nach zwei Jahren wieder mit höheren Zuweisungen des Senats, bezogen auf das Projekt, rechnen kann. Ab 2015 kann der Bezirk Pankow dann mit jährlich höheren Zuweisungen von über 100.000 Euro rechnen - wenn das Gründerzeitmuseum ins Fachvermögen des Kulturbereichs angesiedelt wird. Klaus Mindrup weiter: Es gilt nun, im Rahmen der Beratungen für die Haushaltsjahre 2014 und 2015 eine Finanzierung in bezirklicher Trägerschaft sicherzustellen und den Betrieb dauerhaft zu ermöglichen.
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25.04.13 - Berliner Morgenpost

Herbstlaube in Prenzlauer Berg hat wieder eine Zukunft

Das Aus des Seniorentreffs Herbstlaube in Prenzlauer Berg ist abgewendet. Vorerst zumindest. Die Gewobag hat dem Verein Miteinander-Füreinander die Mietkosten inklusive der Betriebskosten in Höhe von rund 6700 Euro für 2013 erlassen. Kultur- und Bürger-Stadtrat Torsten Kühne (CDU) bezeichnete dies als ersten wichtigen Schritt. Er möchte die Einrichtung mit dem Museum ab 2014 wieder im Haushalt des Bezirks Pankow absichern. Rund 30.000 Euro sind dazu für Mietkosten und Personal nötig. Die Bezirksverordneten haben am Mittwochabend einstimmig beschlossen, Herbstlaube und Museum 2013 und 2014 finanziell zu sichern. Solch ein Projekt wie das an der Dunckerstraße 77 gibt es laut Kühne kein zweites Mal in Berlin: Die Kombination aus Seniorenprojekt und der Ausstellung Zimmermeister Brunzel baut ein Mietshaus sei unbedingt unterstützungswürdig. Zeitzeugen, die den alten Prenzlauer Berg noch erlebt haben, führen junge Leute durch die eingerichtete Arbeiterwohnung und geben ihre Lebenserinnerungen weiter. Ein vorbildliches intergeneratives Museumsprojekt, so Kühne. Der Ort sei authentisch. Der Zimmermeister habe 1885 das Haus gebaut und in der heutigen Museumswohnung gelebt. Auch der Vermieter der Ausstellungswohnung biete dem Verein günstige Konditionen. Damit der Verein 2013 über die Runden kommt, will Torsten Kühne in seiner Abteilung rund 7000 Euro zusammenkratzen, der Seniorentreff habe einen Sponsoren gefunden, der 7000 Euro beisteuert. Die fehlenden 2000 Euro sollen durch einen Spendenaufruf zusammenkommen.
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04.04.2013 - Der Tagesspiegel

Hilfe für Herbstlaube Bezirk will bedrohten Seniorentreff am Helmholzplatz retten

von Nantke Garrelts

Eigentlich schienen die Tage der Herbstlaube gezählt. Die finanziellen Mittel waren erschöpft. Nun will der Bezirk den bedrohten Seniorentreff am Helmholtzplatz doch noch retten.
Noch will Karin Ehrlich dem Frieden nicht trauen. Zu lange musste sie um das Projekt bangen, in das sie 23 Jahre Arbeit gesteckt hat. Nun sieht es gut aus für ihren Seniorentreff Herbstlaube: Mit viel Kampfgeist und einem Straßenfest hat sie Kultur-Bezirksstadtrat Torsten Kühne auf das gefährdete Projekt aufmerksam gemacht. Nun verhandeln der CDU-Politiker und Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung Pankow über eine Nothilfe für die Einrichtung. Die studierte Rechtswissenschaftlerin lässt verhaltene Zufriedenheit durchscheinen. Sie hat den Eindruck gewonnen, dass sich der Bezirk durchaus in der Pflicht sieht.
Denn eigentlich schienen die Tage der Herbstlaube gezählt. Zum 1. Mai sind die Räume des Trägervereins Miteinander Füreinander in der Dunckerstraße am Helmholtzplatz gekündigt. Das Ausräumkommando steht schon vor der Tür, sagte Vereinsgründerin Karin Ehrlich noch vor zwei Wochen. Ein Jahr lang hatte sie Einrichtungsgegenstände vom Klavier bis zur Küche verkauft, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, nun sind die finanziellen Mittel ausgeschöpft. Seit einem Jahr bekommt der Verein keine Unterstützung mehr, vorher hatte das Sozialamt ABM-Kräfte und Ein-Euro-Jobber bewilligt. 1400 Euro bräuchte der Verein monatlich, um sich tragen zu können, 12 000 Euro bis zum Ende des Haushaltsjahres. Das Geld soll nun aus Sondermitteln kommen, im laufenden Haushalt gibt es keine Lücken für Sonderausgaben. Bevor die Zuschüsse wegfielen, kam das Geld aus dem Haushalt von Sozialstadträtin Lioba Zürn-Kasztanowicz (SPD). Sie hat einen einfachen Grund für die Kürzung: Das Sozialamt habe einfach immer weniger Geld zur Verfügung, allein im Haushaltsjahr 2012 musste ihr Ressort mit 100 000 Euro weniger auskommen. Das kann man dem Bezirk nicht ankreiden, sondern es macht sich an allen Ecken und Enden bemerkbar, sagt Zürn-Kasztanowicz. Sie sieht sich in dem Dilemma, zu entscheiden, welche Einrichtung geschlossen werden muss. Schließung sei letztendlich immer der falsche Weg, gab sie auf schriftliche Anfrage an. Dass wir einfach zu wenig Geld für diese wichtige Aufgabe haben, das ist das eigentliche Thema, schrieb sie. Die Stadträtin verweist darauf, dass 76 Prozent der vom Sozialamt geförderten Projekte Seniorenprojekte seien, 15 andere Treffpunkte für ältere Menschen gibt es im Bezirk.
Den Verein von Karin Ehrlich gibt es seit 23 Jahren: Sie gründete ihn direkt nach der Wiedervereinigung, am 4. Oktober 1990, indem sie damals ein ehemaliges Parteibüro der Nationalen Front besetzte und eine Sorgencouch auf die Straße stellte, um vor allem älteren Leuten eine Plattform nach dem plötzlichen Systemwechsel zu geben. Seitdem hat sie mitangesehen, wie sich der Kiez gewandelt hat. Die Gentrifizierung in Prenzlauer Berg bekommen wir hier eins zu eins mit, sagt sie, viele Senioren sind wegen der hohen Mieten nach Marzahn in einen Wohnsilo gezogen. Um die 20 Stammgäste und einige sporadische Besucher kämen immer noch.
Angeschlossen an den Seniorentreff ist ein Museum mit einer Arbeiterwohnung, wie sie um 1900 in Berlin üblich war. Die Pensionäre aus der Herbstlaube erklären Schulklassen das Leben vor 100 Jahren, das soll die Rentner mental fit halten und die Schüler mit Geschichten aus erster Hand versorgen. Die Ausstellung wurde vor zehn Jahren unter der Ägide des Kulturressorts eingerichtet, nun steht sie auf der Kippe. Es ist ein generationsübergreifendes Projekt, erklärt Stadtrat Kühne den besonderen Wert des Museums, das zusammen mit der Herbstlaube ein Gesamtprojekt bildet. Doch schnelle Lösungen kann er nicht versprechen: Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr Dinge müssen geklärt werden.
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02.04.2013 - Neues Deutschland

Wieder droht Senioren Räumung

Von Jérôme Lombard

In Pankow steht mit der Herbstlaube erneut eine Seniorenfreizeitstätte vor dem Aus Der Bezirk Pankow setzt den Rotstift wieder bei der sozialen Infrastruktur an. Nun soll es den Seniorenclub Herbstlaube in der Dunckerstraße 77 in Prenzlauer Berg treffen. Die Bezirksverordnetenversammlung hatte bereits im März 2012 beschlossen, der Einrichtung die finanzielle Unterstützung zu streichen.
In der Zwischenzeit hatte sich die seit 1990 im Kiez bestehende Seniorenfreizeitstätte durch den Verkauf von Möbeln und anderem Inventar selber finanziert. Die Mittel aus den Erlösen sind nun aufgebraucht. Ist bis Ende April keine Lösung gefunden, müssen die Herbstlaube und das von ihr ehrenamtlich betreute Museum, Zimmermeister Brunzel baut ein Mietshaus - Bauen und Wohnen in Prenzlauer Berg um 1900, schließen. Wenn der Bezirk unseren Treffpunkt tatsächlich dichtmachen sollte, sitzen wir alten Leute trübsinnig zu Hause und vereinsamen. Das ist die traurige Wahrheit, erklärt Christa Seeger, eine der Seniorinnen des Hauses. In der Herbstlaube treffen sich regelmäßig rund 20 Ruheständler zum gemeinsamen Mittagstisch sowie zu diversen Sport- und Kulturveranstaltungen. Der Altersdurschnitt beträgt 84 Jahre. Die meisten Nutzer sind schwer gehbehindert, weswegen ein Umzug in weiter entfernte Senioreneinrichtungen im Bezirk für sie nicht in Frage kommt.
Dass im Falle einer Räumung auch das hauseigene Museum schließen müsste, findet die seit 13 Jahren in der Herbstlaube engagierte Christa Seeger besonders empörend: Mit der Ausstellung erfüllen wir immerhin ehrenamtlich einen Bildungsauftrag. Das nach dem Erbauer des Mietshauses Heinrich Brunzel benannte Museum zeigt anhand von original eingerichteten Räumen die Lebenssituation Berliner Arbeiter zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Instandhaltung und inhaltliche Betreuung wurden seit Bestehen von den Senioren eigenverantwortlich organisiert. Zu den regelmäßigen Besuchern der Ausstellung zählen neben Touristen und Studenten auch viele Kindergartengruppen und Schulklassen.
Die Senioren hoffen nun auf die Unterstützung der Bezirkspolitiker. So hat beispielsweise der Pankower Kulturstadtrat, Thorsten Kühne (CDU), den Nutzern eine einvernehmliche Lösung zugesagt und sich für weitere Verhandlungen offen gezeigt. Die LINKE setzt sich in der Bezirksverordnetenversammlung ebenfalls für einen Erhalt der Herbstlaube ein. Solidarität mit ihren Altersgenossen bekunden unterdessen auch die kampferprobten Senioren aus der Stillen Straße 10. Mit der spektakulären Besetzung ihrer Clubräume hatten sie eine drohende Schließung ihres Freizeitheims im letzten Jahr abwenden können. Es ist bedauerlich, dass es in Pankow mit der Politik des Sozialkahlschlags weiter geht, erklärt die Clubvorsitzende Doris Syrbe. Falls Bedarf bestehe, könnten sich die Senioren aus der Herbstlaube an die Stille Straße wenden. Mit unserer Erfahrung in Sachen erfolgreicher Protest stehen wir jederzeit zur Verfügung, so die 72-Jährige.
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24.03.2013 - Berliner Kurier

Kulturstadtrat macht Senioren MutRettungsplan für die Wutrentner aus der Herbstlaube

Von KAI-UWE ZICKERICK

Vor einer Woche hatten sie bei einem Straßenfest vor ihrer Eingangstür in der Dunckerstraße 77 auf ihre kritische Situation aufmerksam gemacht. Jetzt gibt es neue Hoffnung für den Senioren-Treff Herbstlaube, einen Rettungsplan für die Wut-Rentner. Die finanzielle Unterstützung für die seit 23 Jahren existierende Einrichtung über den Sozial-Etat des Bezirks war Ende 2012 ausgelaufen. Durch Verkäufe (u.a. auch ein Klavier) konnten sich Koordinatorin Karin Ehrlich (68) und ihre gut 20 hochbetagten Senioren wenigstens über Wasser halten. Doch Ende April ist das Geld alle, fehlen die monatlichen 1400 Euro für Miete und Fixkosten. Da reichen auch die Mini-Einnahmen nicht mehr, die man durch das Eintrittsgeld für ein kleines angeschlossenes Gründerzeitmuseum reinholt (2 Euro pro Karte).
Doch Dr. Torsten Kühne, Pankows Kulturstadtrat von der CDU, hatte angekündigt, sich parteiübergreifend für eine Zwischenlösung stark zu machen. Der KURIER fragte bei Kühne nach. Und siehe da, es tut sich wirklich was! Ich habe mit Kollegen von der SPD und den Grünen Gespräche geführt. Und ich bin verhalten optimistisch, so der Bezirksstadtrat.
Und so könnte die Rettung laufen: Die Töpfe für 2013 sind zwar zu, aber da es sich bis Jahresende nur um eine Summe von etwa 12 000 Euro handelt, könnte man dieses Geld sogar vorstrecken. Es gibt zwar keine außerplanmäßigen Mittel. Aber nicht alle eingeplanten Gelder werden bis Ende Dezember tatsächlich abgerufen. Gut möglich, dass von dort die Summe zusammengekratzt werden kann, sagt Kühne. Mittelfristig könnte die Herbstlaube wieder den Status förderwürdig bekommen. Auch eine Übernahme des kleinen Museums durch den Bezirk sei möglich.
Karin Ehrlich traut dem Frieden allerdings noch nicht so ganz. Sie spricht für alle ihre Schützlinge, wenn sie sagt: Alle Politiker haben uns gesagt, wir müssen positiv denken. Das tun wir, aber noch ist die Rettung nicht unter Dach und Fach.
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18.03.2013 - TAZ

Berliner Kiezmuseum vor der Pleite

Meister Brunzel geht das Geld aus

In einem Kiezmuseum wird vom Leben um 1900 erzählt. Jetzt droht die Schließung. Protest könnte erneut aus einer Begegnungsstätte für Senioren erwachsen. Als Zimmermeister Heinrich Brunzel 1895 ein Grundstück an der Dunckerstraße kaufte, war Bauland in Prenzlauer Berg ähnlich begehrt wie heute. Wo seinerzeit noch Acker war, sollte in den kommenden Jahren in atemberaubender Geschwindigkeit ein neues Wohngebiet entstehen. Hunderttausende zog der Industrieboom der Jahrhundertwende nach Berlin - und alle benötigten dringend Wohnungen. Auch Brunzel wollte ein Stück vom Immobilienkuchen abhaben und ließ eine Mietskaserne errichten, wie es sie in der Gegend hundertfach gibt. Seit zehn Jahren wird in Brunzels Haus diese Zeit wieder lebendig. Eine Wohnung mit zwei Zimmern, Küche und Innentoilette wurde im Stil der Jahrhundertwende wieder hergerichtet. Die Exponate stammen aus dem 1995 geschlossenen Museum Arbeiterleben in der benachbarten Husemannstraße. Weniger das Elend der überbelegten Arbeiterwohnungen in den Hinterhäusern wird hier gezeigt als vielmehr die bescheidene Welt des Kleinbürgertums. In Führungen und auf Schautafeln lässt sich zum Beispiel erfahren, dass die Immobilienbranche in Prenzlauer Berg 1895 nicht viel anders agierte als heute. Mit wenig Eigenkapital wurde seinerzeit Land gekauft, schnell erschlossen, bebaut und ebenso schnell wieder verkauft. Geschäfte machten vor allem Banken und größere Investoren. Mehr als 100 Jahre später bedroht der Spardruck auf den chronisch klammen Bezirkskassen nun auch das kleine Museum. Trotz ehrenamtlicher Betreuung steht das Projekt vor dem Aus. Mit ihm ist auch die Seniorenbegegnungsstätte Herbstlaube im selben Gebäude gefährdet. Die Arbeit im Museum wird vorwiegend von den Nutzerinnen und Nutzern der Einrichtung getragen. Mit einem Straßenfest wurde am Samstag auf die Situation aufmerksam gemacht. Gegen Mittag steht Pankows Kulturstadtrat Torsten Kühne (CDU) vor Brunzels Haus, spielt Drehorgel und bittet um Spenden für das Museum. Es ist ja für einen guten Zweck, sagt Kühne. Schon jetzt hält sich das Museum nur durch Spenden, ein geringes Eintrittsgeld und ehrenamtliches Engagement über Wasser. Das reicht aber nicht mehr für Miete und laufende Kosten. Auch Klaus Mindrup von der SPD ist vor Ort. Er möchte bei den Bundestagswahlen im September Stefan Liebich als direkt gewählten Wahlkreisabgeordneten im Viertel ablösen. Doch auch Mindrup kann nicht viel zur Zukunft des Museums sagen. Schmeißen Sie viel Geld in die Spendenbüchse, ist sein Beitrag. Stadtrat Kühne ist immerhin in Kontakt mit der Landesebene, um dort Gelder zu generieren. Keine falschen Hoffnungen wolle er machen, meint er. Bezüglich einer Zwischenlösung gibt er sich aber recht zuversichtlich.
Dabei sind alle voll des Lobes für das Museum. Nicht nur, dass hier Heimatgeschichte lebendig werde, auch die pädagogische Arbeit wird mehrfach hervorgehoben. Mit der Grundschule an der Marie gibt es zum Beispiel eine Kooperation. Entsetzt seien die Kinder gewesen, als sie von den Schließungsabsichten gehört haben, sagt Karin Ehrlich, die die Herbstlaube in der Wendezeit eingerichtet hat und später die Ausstellung ins Gebäude holte. Sie betont die Bedeutung des Austauschs zwischen den Kindern und ihrer Großelterngeneration. Eine große Kette aus Briefen haben die Kinder Stadtrat Kühne gebastelt, Karin Ehrlich hängt sie ihm um den Hals. Geld und Sicherheit für Museum und Herbstlaube bringt das natürlich auch nicht.
Von Reden und Absichtserklärungen hat Klaus Lemmnitz genug. Der 66-Jährige ist Prenzlauer Berger Urgestein und hat schon mehrere Kiezaktionen und Initiativen aufgebaut. Nur langsam kann er sich durch das kleine Straßenfest bewegen, zu viele Hände sind zu schütteln. Die Bezirkspolitik solle sich mit Nachdruck bei der Landesebene für mehr Geld einsetzen, fordert er. Ansonsten müssen wir vielleicht wieder auf unkonventionelle Aktionen zurückgreifen. Immerhin ist wieder eine Seniorenbegegnungsstätte im Spiel. Dass auch Rentnerinnen und Rentner für mächtig Ärger im Bezirk sorgen können, hatte zuletzt die erfolgreiche Besetzung der Begegnungsstätte in der Stillen Straße in Pankow gezeigt.
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18.03.2013 - Berliner Zeitung

Rentnertreff Herbstlaube - Die letzten Alten in Prenzlauer Berg

Von Martin Klesmann

Senioren kämpfen dafür, dass ihr Treffpunkt mitsamt Museum erhalten bleibt. Auf eine Hausbesetzung wie in Pankow wurde bisher verzichtet. Im Jahr 2013 unserer Zeitrechnung scheint der ganze Prenzlauer Berg von jungen Familien und von Menschen deutlich unterhalb des Rentenalters bewohnt. Der ganze Prenzlauer Berg? Nein. Ein von unbeugsamen Senioren bevölkerter Treffpunkt in der Dunckerstraße direkt am Helmholtzplatz erinnert uns daran, dass auch in dieser Gegend noch alte Menschen wohnen. Ich treffe mich hier fast täglich mit anderen Senioren zum Reden, sagt die 92-jährige Charlotte Hakelberg, die seit einem halben Jahrhundert in der Nachbarschaft wohnt, und am Wochenende erstmals gemeinsam mit Altersgenossen gegen die drohende Schließung des Rentnertreffs protestiert. Jener Treffpunkt namens Herbstlaube steht genauso vor dem Aus wie das dazugehörige Museum, in dem eine Arbeiterwohnung im Zustand von 1900 präsentiert wird. Bereits im März vergangenen Jahres hat der Bezirk Pankow die Zuschüsse an den Verein Miteinander - Füreinander gestrichen, im dem die ehrenamtlichen Helfer organisiert sind.
Mit dem selben Sparbeschluss wurden damals auch die Zuschüsse für den Seniorentreff an der Stillen Straße in Pankow gestrichen. Man brauchte Geld für zusätzliche Kitas und Schulen. Während die Pankower Senioren allerdings umgehend aus Protest ihr Clubhaus besetzten und mit dieser spontihaften Aktion landesweit für Aufsehen sorgten, machte man in der Dunckerstraße zunächst weitaus weniger Bambule.
Vereinsgründerin Karin Ehrlich und ihre Senioren verkauften erst einmal Teile der Einrichtung, um die Kosten für Treffpunkt und Museum decken zu können: Zwei Klaviere, mehrere Bilder und Computer sowie ein Kleinbus gingen weg. Zum Schluss mussten sie auch die Kücheneinrichtung verkaufen. Seither wird das Essen für die Senioren angeliefert.
Wir brauchen finanzielle Unterstützung
Aber jetzt sind alle Reserven aufgebraucht, wir brauchen finanzielle Unterstützung, sagt die 69-jährige Karin Ehrlich. Etwa 1400 Euro im Monat benötige der Verein, um Treffpunkt und Museum weiter betreiben zu können. Senioren wie Charlotte Hakelberg sitzen deshalb an diesem Wochenende auf Bänken draußen vor dem Treffpunkt.
Sie stricken, löffeln Erbsensuppe, die aus der Gulaschkanone der Feuerwehr kommt, und hören sich die Politikerreden an, die von musikalischen Darbietungen unterbrochen werden. Zwei der Senioren sind mit Rollator da. Viele Alte sind ja aus Prenzlauer Berg verdrängt worden, sind gestorben oder ins Heim gezogen, sagt Charlotte Hakelberg. Aber ein fester Stamm von etwa 20 Senioren treffe sich hier immer noch und isst auch in der Woche zusammen. Ich könnte gar nicht mehr für mich selbst kochen, sagt die weißhaarige Frau mit Brille, die zu DDR-Zeiten im Werk für Fernsehelektronik gearbeitet hat.
Fester Stamm von etwa 20 Senioren
Einen Hausaufgang weiter befindet sich im ersten Stock des Vorderhauses die Dauerausstellung Zimmermeister Brunzel baut ein Mietshaus. Seit zehn Jahren gibt es diese Schau mitsamt einer originalgetreu wiederhergestellten Arbeiterwohnung aus der Zeit, als die Häuser hier ab 1896 entstanden. Auf knapp 60 Quadratmetern sind eine Küche mit Kachelofen, Waschbrett und eine Wohnstube mit Mobiliar und Tapeten aus der Zeit um 1900 zu sehen.
Auch eine altertümlich anmutende Toilette ist zu bestaunen und eine kleine Schlafstube, die einst vermietet wurde. Jeder siebte Berliner lebte 1905 nicht mit der eigenen Familie, heißt es dazu in der Infotafel an der Wand. Vielmehr wurde ein Zimmer oft an Fremde oder Dienstmädchen vermietet. Trotzdem musste auch Zimmermeister Brunzel, der das Grundstück von einer Terraingesellschaft erworben hatten, kurze Zeit später schon wieder ausziehen, weil er die Hypothekenzinsen nicht mehr zahlen konnte.
Heute kommen 3000 Besucher im Jahr in das kleine Museum, auch Schulklassen. Die Senioren im Treffpunkt erzählen den Schülern dann Geschichten von früher. Trotzdem ist die Einrichtung bedroht. Dabei ist der private Vermieter sehr kooperativ, schätzt das Museum und hat die Miete bisher kaum erhöht.
Pankows Kulturstadtrat Torsten Kühne (CDU) stellt den Senioren bei seiner Rede eine vage Lösung in Aussicht: Der Bezirk könnte zumindest das Museum übernehmen, bis zum nächsten Haushalt müsse aber eine finanzielle Zwischenlösung gefunden werden. Man habe die historische Fabrikantenwohnung in der Pankower Heynstraße, da sei eine Arbeiterwohnung in Prenzlauer Berg doch das passende Pendant.
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17.03.2013 - Berliner Kurier

Seniorentreff HerbstlaubeBezirk will diese Rentner auf die Straße setzen

Von KAI-UWE ZICKERICK und SUSANNE DÜBBER

Bezirk will diese Rentner auf die Straße setzen
Wir wollen uns nicht vertreiben lassen, wir werden kämpfen! Für viele Senioren aus dem Kiez ist die Herbstlaube Lebenselixier. Und wieder droht ein einzigartiges Stück Kiez zu sterben. Zwei Einrichtungen in der Dunckerstraße 77 stehen auf der Kippe, weil das Bezirksamt Pankow die Förderung beendet hat: der Seniorentreff Herbstlaube und ein schmuckes, kleines Gründerzeitmuseum. Vor 23 Jahren gründete Karin Ehrlich (68) die Herbstlaube, die für viele Senioren rund um den Helmholtzplatz zur Wohlfühl-Oase wurde. Vor zehn Jahren kam das in einer Wohnung eingerichtete Museum dazu. In der Schulklassen und Touristen viel über die Zeit der Jahrhundertwende erfahren. Auch von den Senioren aus der Herbstlaube. Karin Ehrlich: Unser Ziel war es immer, hier eine Generationenbrücke zu schlagen.
Doch all das steht jetzt vor dem Aus, die Fördertöpfe des Bezirks sind leer. 1400 Euro fehlen der Herbstlaube, die sich nur aus Spenden und einem kleinen Monatsbeitrag finanziert, im Monat.
Ende April kann alles vorbei sein. Es ist eine Minute vor zwölf - das wurde am Samstag auf einem Protest-Straßenfest zugunsten der Dunckerstraße 77 deutlich. Noch aber keimt Hoffnung. Zumal Bezirksstadtrat Dr. Torsten Kühne andeutet: Wir wollen schon in der kommenden Woche parteiübergreifend zumindest eine Zwischenlösung finden. Man kann nur hoffen, dass die Sache für die Herbstlaube gut ausgeht. Wie Ende Oktober in der Stillen Straße. Wut-Rentner hatten ihre Einrichtung über 111 Tage besetzt - und konnten dann die Rettung ihres Senioren-Klubs feiern.
Auch Karin Ehrlich träumt in Zukunft von einer Regelförderung. Schließlich haben wir ja nach so vielen Jahren eigentlich schon Bestandsschutz. Mut und Kraft haben die Macher der Herbstlaube noch längst nicht verloren.
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17.09.2008 - Berliner Woche

Wie man vor 100 Jahren wohnte

Eine Ausstellung dazu gibt es in der Dunckerstraße seit fünf Jahren, Prenzlauer Berg. Um 100 Jahre zurückversetzt fühlen sich Besucher der Ausstellung Zimmermann Brunzel baut ein Mietshaus - Bauen und Wohnen in Prenzlauer Berg um 1900. Sie wurde vor fünf Jahren eröffnet, erfreut sich immer noch großer Beliebtheit und wird von Anfang an von Ehrenamtlichen betreut. Von 1987 bis 2000 zeigte das Bezirksamt Prenzlauer Berg in Zusammenarbeit mit der Stiftung Stadtmuseum die Ausstellung Stube, Kammer, Küche - Arbeiterleben um 1900 in der Husemannstraße 12. Betreut wurde dieses zuletzt von Senioren, die eine Freizeiteinrichtung im Haus besuchten. Dann musste sie allerdings geschlossen werden, weil die Räume anders genutzt werden sollten. Die Senioren aus der Husemannstraße 12, die Freizeiteinrichtung Herbstlaube und die Pankower Seniorenvertretung wollten allerdings wieder eine Ausstellung einrichten. Das Prenzlauer Berg Museum unterstützte diese Initiative. Räume fand man im zweiten Stock des Hauses Dunckerstraße 77, in dessen Erdgeschoss sich die Freizeitstätte Herbstlaube befindet. Mit Unterstützung des Pankower Museumsverbundes wurde dann eine neue Ausstellung gestaltet, die sich vor allem an der Person des Zimmermeisters Heinrich Brunzel orientiert, der das Haus in der Dunckerstraße 77 baute. Brunzel hatte das Grundstück 1895 gekauft und begann sofort mit dem Bau eines Wohnhauses. Er hoffte, bei geringem Eigenkapitaleinsatz durch Verkauf oder Vermietung des Hauses hohen Gewinn zu erzielen. Doch wie viele Bauherren dieser Zeit scheiterte er mit diesem Vorhaben an den finanziellen Belastungen,m die der Bau letztlich mit sich brachte. Trotz des Ruins des Baumeisters entstand an der Dunckerstraße 77 ein ansehnliches, typisches Berliner Mietshaus. Während im Vorderhaus vor allem das besser besuchte Bürgertum wohnte, waren Seitenflügel und Quergebäude eher Arbeiterfamilien mit geringen Einkommen vorbehalten. Die Ausstellungsmacher richteten eine typische bürgerliche Vorderhauswohnung ein: Mit guter Stube nebst Alt-Berliner Ofen, enger Schlafstube, Küche, Toilette und einem Korridor. Diese Wohnung wurde originalgetreu mit Möbeln und Utensilien aus dieser Zeit bestückt. Auf Tafeln in jedem Raum gibt es außerdem noch Informationen zum Wohnen und zur Bautätigkeit um 1900 am Helmholzplatz.
Viele Kinder zu Gast Besucht wird die Ausstellung von Kindergartengruppen und Schulklassen, die wissen wollen, wie man vor über 100 Jahren lebte, berichtet Katrin Ehrlich vom Verein Miteinander-Füreinander, der seit fünf Jahren als Träger der Ausstellung fungiert. Es kommen aber auch viele ,Neuberliner' und Touristen, die mehr zur Geschichte Prenzlauer Bergs erfahren wollen. Betreut wird die Ausstellung von zehn ehrenamtlich tätigen Kiezbewohnern zwischen 40 und 78 Jahren.
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28.10.2008 - Neues Deutschland

Das alte Vertiko in Prenzlauer Berg - Museumsbesucher erfahren in einer historischen Wohnung, wie die Menschen um 1900 lebten

Von Steffi Bey

Gute Stube, kalte Pracht. Ingrid Gafron schaut in verdutzte Gesichter, als sie diesen Satz sagt. Die jugendlichen Museumsbesucher wissen zunächst nicht, was die 68-Jährige damit meint. Schließlich stehen in dem kleinen Raum schicke, schwere Holzmöbel: ein dunkles Vertiko mit intarsienbesetzten Türen, ein Tisch mit kunstvoll gedrechstelten Beinen und ein Ofen, der wohlige Wärme verspricht. Seine weiß glänzenden Fliesen münden kurz unter der Zimmerdecke in einer braunen Wölbung. Das sieht alles urig und gemütlich aus, sagt eine Junge Frau. Doch vor gut 100 Jahren diente die gute Stube nur der Repräsentation. Als Zeichen des Wohlstandes, sagt Gafron. Geheitzt wurde nur, wenn Gäste kamen. Sonst blieben sogar die Möbel verhüllt. Das tägliche Leben spielte sich um 1900 in der Küche ab.
Anschaulich können die Wohnverhältnisse von einst in der Duckerstraße 77 nachvollzogen werden. Eine Vorderhauswohnung in der zweiten Etage präsentiert sich im Stil der Jahrhundertwende. Zimmermeister Brunzel baut ein Mietshaus nennen die Initiatoren des kleinen Muesuems. die Seniorenbegegnungsstätte Herbstlaube und der Museumsverbund Pankow - ihr Projekt. Vor wenigen Wochen konnte das fünfjährige Jubiläum der berlinweit einmaligen Ausstellung gefeiert werden. Zu den Besuchern gehören vor allem Schulklassen, Kitagruppen und Touristen, sagt Karin Ehrlich vom Verein Miteinander Füreinander. Zehn Pankower zwischen 40 und 78 Jahren führen ehrenamtlich durch die historische Vorderhauswohnung. Sie beschreiben die Entstehung des Hauses und berichten über den Alltag rund um den Helmholtzplatz. Das Viertel in Prenzlauer Berg ist typisch für die Stadterweiterung zwischen 1871 und 1914. Um 1850 lebten in Berlin rund 400 000 Menschen, Anfang des 20. Jahrhunderts schon zwei Millionen. Wohnraum wurde dringend gebraucht. Auch viele Handwerker investierten in größere Projekte. Zimmermann Heinrich Brunzel gehörte dazu: Trotz geringem Eigenkapital erwarb er das Grundstück an der Druckerstraße 77 und begann zu bauen. Er spekulierte durch Verkauf und Vermietung auf hohe Gewinne. Aber wie viele andere, scheiterte er an den finanziellen Belastungen, berichtet Gafron. Trotzdem wurde das Gebäude zu Ende gebaut, und das 56 Quadratmeter große Quartier, in dem Brunzel lebte, dient jetzt als Museum.
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